Finanzierung Wohnimmobilien

Pfandbriefbanken sind traditionell bedeutende Kapitalgeber für den Wohnungs- und Gewerbebau. Mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent am Wohnimmobilienfinanzierungsneugeschäft sind sie eine der bedeutendsten Anbietergruppen in Deutschland.

Zum Neugeschäft in der Immobilienfinanzierung werden seitens der amtlichen Statistik keine Informationen zur Verfügung gestellt. Vor diesem Hintergrund ermittelt der Verband deutscher Pfandbriefbanken regelmäßig das Neugeschäftsvolumen in der Wohnimmobilienfinanzierung in Deutschland; ergänzend zu den Erhebungen zum Kreditgeschäft der vdp-Mitgliedsinstitute.

Bei der Quantifizierung des Wohnimmobilienfinanzierungsgeschäfts wird auf das Inlandsgeschäft der Banken und Bausparkassen sowie der Erstversicherer abgestellt. Grundlage für die Berechnung ist eine Erhebung unter verschiedenen Verbänden der Kredit- und Versicherungswirtschaft. Wesentliche Teile der Kreditwirtschaft, nämlich die Genossenschaftsbanken, die Banken mit Sonderaufgaben und ein großer Teil der Regional- und sonstigen Kreditbanken stellen keine derartigen Informationen zur Verfügung. Diese Datenlücke wird mittels einer Hochrechnung auf Grundlage der vorliegenden Daten zu den anderen Institutsgruppen und auf Grundlage der Kreditbestandsstatistik der Deutschen Bundesbank geschlossen.

Entwicklung der Wohnimmobilienfinanzierung in Deutschland insgesamt

Das Jahr 2019 war gesamtwirtschaftlich gesehen durch eine Verlangsamung des wirtschaftlichen Aufschwungs gekennzeichnet, ohne – wie befürchtet – in eine Rezession zu münden. Die anhaltende Schwäche der exportorientierten Industrie konnte weitestgehend durch eine Expansion im Dienstleistungsbereich und der Bauwirtschaft kompensiert werden. Infolgedessen ist die Zahl der Beschäftigten – wenn auch schwächer als in den Vorjahren – weiter gestiegen. Prognosen des Sachverständigenrates gehen für 2019 von einem Plus von ca. 370.000 Erwerbstätigen aus, was dazu führte, dass zum Jahresende 2019 nur noch 4,9 % aller zivilen Erwerbspersonen (Bundesagentur für Arbeit, Arbeitslose nach Rechtskreisen) ohne Arbeit waren. Dies ist die niedrigste Arbeitslosenquote seit der Wiedervereinigung.

Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt führte zu einem weiteren Anstieg der verfügbaren Einkommen und der privaten Konsumausgaben, was die Entwicklung des Wohnungsmarktes in Deutschland weiter beflügelte. Bekräftigt wurde diese Entwicklung durch einen weiteren leichten Rückgang der Kreditzinsen. Der effektive Jahreszins für Wohnungsbaukredite an private Haushalte lag nach Angaben der Deutschen Bundesbank im vierten Quartal 2019 bei nur noch 1,32 %. Dementsprechend war die Nachfrage nach Wohneigentum ungebrochen hoch. Das Angebot konnte aufgrund der Kapazitätsengpässe in der Bauindustrie nur unzureichend ausgeweitet werden, was zu einem Anstieg des vdp Immobilienpreisindex für selbst genutztes Wohneigentum von 6,8 % im Vergleich zum Vorjahr führte. Auch Mehrfamilienhäuser standen weiterhin im Fokus von Käufern, hier stieg der entsprechende vdp Immobilienpreisindex um 6,2 %.

Die ungebrochen hohe Wohnimmobiliennachfrage und die gestiegenen Immobilienpreise spiegeln sich auch im Wohnimmobilienfinanzierungsgeschäft wider. Insgesamt wurden 2019 in Deutschland Darlehensauszahlungen in Höhe von rund 245 Mrd. € (inkl. Finanzierungen im Ausland) vorgenommen, was einem Anstieg von 7,6 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Wohnimmobilienfinanzierungsneugeschäft in Deutschland 2005 – 2019 Quelle: Berechnungen des vdp auf Grundlage von Angaben von Verbänden der Kredit- und Versicherungswirtschaft und der Deutschen Bundesbank

Entwicklung der Wohnimmobilienfinanzierung der vdp-Mitgliedsinstitute

Im Jahr 2019 sagten die vdp-Mitgliedsinstitute Wohnimmobiliendarlehen in Höhe von 97,8 Mrd. Euro neu zu, 4,3 % mehr als ein Jahr zuvor.

Die Zusagen lagen im Inlandsgeschäft bei insgesamt 94,3 Mrd. Euro und damit um 4,4 % über dem Vorjahresniveau. Das Auslandsgeschäft zeigte einen erneutes leichten Anstieg im 1,6 % auf 3,5 Mrd. €.

Während die Darlehensvergabe für neue und gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser im Vergleich zum Vorjahr lediglich moderat zunahm (+2,1 %), legte das Neugeschäft bei der Finanzierung von Eigentumswohnungen erneut kräftig zu (+6,2 %). Auch bei der Finanzierung von Mehrfamilienhäusern war mit einem Plus von 6,0 % ein deutlicher Anstieg zu beobachten.

Der mit Abstand größte Teil des Neugeschäftes entfiel 2019 mit 63 % auf die Finanzierung bestehender Gebäude (einschließlich Modernisierungen), was gegenüber 2018 ein Anstieg von 2 Prozentpunkte bedeutet. Der Anteil der Finanzierungen, die für den Wohnungsneubau eingesetzt wurden, sank dagegen leicht auf 23 % (2018: 25 %). Der Anteil der Darlehen zur Ablösungen fremder Darlehen bewegte sich mit 14 % auf einem stabilen Niveau.
Umfangreiches Datenmaterial zu diesem Thema finden Sie in unserem Statistikbereich zum Download.
Quelle: vdp