Finanzierung Wohnimmobilien

Pfandbriefbanken sind traditionell bedeutende Kapitalgeber für den Wohnungs- und Gewerbebau. Mit einem Marktanteil von rund 33 Prozent Immobilienkeditbestand in der Wohnungsfinanzierung sind sie eine der bedeutendsten Anbietergruppen in Deutschland.

Zum Neugeschäft in der Immobilienfinanzierung werden seitens der amtlichen Statistik keine Informationen zur Verfügung gestellt. Vor diesem Hintergrund ermittelt vdpResearch im Auftrag des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken regelmäßig das Neugeschäftsvolumen in der Wohnimmobilienfinanzierung in Deutschland; ergänzend zu den Erhebungen zum Kreditgeschäft der vdp-Mitgliedsinstitute. Die entsprechenden Daten stehen auch in unserem Statistikbereich zum Download zur Verfügung.  

Entwicklung der Wohnimmobilienfinanzierung in Deutschland insgesamt

Bei der Quantifizierung des Wohnimmobilienfinanzierungsgeschäfts wird auf das Inlandsgeschäft der Banken und Bausparkassen sowie der Erstversicherer abgestellt. Grundlage für die Berechnung ist eine Erhebung unter verschiedenen Verbänden der Kredit- und Versicherungswirtschaft. Wesentliche Teile der Kreditwirtschaft, nämlich die Genossenschaftsbanken, die Banken mit Sonderaufgaben und ein großer Teil der Regional- und sonstigen Kreditbanken stellen keine derartigen Informationen zur Verfügung. Diese Datenlücke wird mittels einer Hochrechnung auf Grundlage der vorliegenden Daten zu den anderen Institutsgruppen und auf Grundlage der Kreditbestandsstatistik der Deutschen Bundesbank geschlossen.

Wohnimmobilienfinanzierung in Deutschland, Entwicklung Kreditgeschäft (Darlehensauszahlungen in Mrd. EUR)

Wohnimmobilienfinanzierung, Kreditbestand im Inland nach Bankengruppen

Quelle: vdp; Berechnungen vdpResearch auf der Angaben von Verbänden der Kredit- und Versicherungswirtschaft und der Deutschen Bundesbank

Entwicklung Wohnimmobilienfinanzierung der vdp-Mitgliedsinstitute

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland war 2017 von einem kräftigen Wachstum geprägt. Gerade in den wirtschaftlich prosperierenden Ballungsräumen, die seit Jahren kräftige Wanderungsgewinne aufweisen, hat dies erneut zu entsprechenden Beschäftigungs- und Bevölkerungsgewinnen geführt, so dass die Nachfrage nach Wohnraum und Büroflächen dort weiterhin zugenommen hat. Die stabile Nachfrage bei gleichzeitig begrenzter Ausweitung des Wohnungsangebots spiegelt sich auch im Wohnimmobilienfinanzierungsgeschäft der vdp-Mitgliedsinstitute wider.

Seit mehreren Jahren sind die Finanzierungsbedingungen für den Bau und den Erwerb von Wohnimmobilien günstig. Wenngleich die Darlehenszinsen zuletzt nicht mehr weiter gesunken sind, lagen sie dennoch auf einem außerordentlich niedrigen Niveau. So bewegten sich die Zinsen für Wohnungsbaukredite mit einer Zinsfestschreibung von 5 bis 10 Jahren zwischen 1,59 und 1,71 Prozent (Effektivzinssatz, Quelle: Deutsche Bundesbank).

Die Darlehenszusagen im Inlandsgeschäft lagen 2017 bei insgesamt 72,5 Mrd. Euro. Das Auslandsgeschäft ging nach mehreren Jahren mit kräftigen Zuwächsen zurück, so dass für das gesamte Wohnungsbaukreditgeschäft im In- und Ausland nur eine leichte Zunahme um 0,5 Prozent auf 74,6 Mrd. Euro verzeichnet werden konnte. Auch für das Jahr 2018 ist mit einer auf hohem Niveau stabilen Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten zu rechnen. Zuwächse größeren Ausmaßes sind jedoch nicht zu erwarten.

Wohnimmobilienfinanzierung, Neugeschäft vdp-Mitglieder

Quelle: vdp