Finanzierung Gewerbeimmobilien

Die vdp-Mitgliedsinstitute sind mit einem Marktanteil von rund 55 Prozent die wichtigste Anbietergruppe für die gewerbliche Immobilienfinanzierung in Deutschland.

Entwicklung Gewerbliche Immobilienfinanzierung Deutschland insgesamt

Im Zuge des Wiedervereinigungsbooms zu Beginn der 1990er Jahre sowie zum Ende desselben Jahrzehnts in Folge der New-Economy-Euphorie kam es jeweils zu mehrjährigen Phasen zunehmenden Neugeschäfts. Nach starken Rückgängen in den Jahren 2008 und 2009 folgen die Auszahlungen seit 2010 einer deutlichen Aufwärtsentwicklung. In Summe wurden im Jahr 2016 Darlehen für den Bau und Erwerb von Gewerbeimmobilien in Höhe von rund 72 Mrd. Euro vergeben, seitdem bewegt sich das Neugeschäftsvolumen in diesem Geschäftsfeld bei leichten Schwankungen auf diesem Niveau. Insgesamt zeigen die Kreditvergabe für die Finanzierung von Gewerbeimmobilien und die Entwicklung des Bau- und Transaktionsvolumens auf dem Gewerbeimmobilienmarkt einen ähnlichen Gleichlauf wie dies für Wohnimmobilieninvestitionen und deren Finanzierung festzustellen ist. Dies deutet darauf hin, dass der durchschnittliche Fremdmittelanteil bei der Finanzierung gewerblich genutzter Immobilien recht stabil ist und eher geringen Schwankungen unterliegt. Auf Grundlage der hier vorliegenden Daten ergibt sich für den Zeitraum ab 2010 ein durchschnittlicher Fremdfinanzierungsanteil von etwa 50 Prozent. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass in diese Berechnung auch weniger fremdkapitalintensive Bereiche wie Modernisierung/Instandhaltung eingehen.

Gewerblicher Immobilienmarkt Deutschland: Entwicklung Bau- und Transaktionsvolumen und Anteil Fremdfinanzierung (Darlehensauszahlungen) in Mrd. EUR

Quellen: Bauvolumen: DIW, Transaktionsvolumen: vdpResearch auf Grundlage von Angaben der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte, Darlehensvergabe: vdpResearch auf Grundlage von Angaben der Verbände der Kredit- und Versicherungswirtschaft und der Deutschen Bundesbank, * Darlehensauszahlungen der Banken und Versicherer (Neugeschäft, ohne Ablösungen) für den Bau und Erwerb von Wohn- bzw. Gewerbeimmobilien einschließlich Bauleistungen an bestehenden Gebäuden

Entwicklung Gewerbliche Immobilienfinanzierung vdp-Mitgliedsinstitute

Das Kreditgeschäft bei Gewerbeimmobilienfinanzierungen lag 2018 bei 69,9 Mrd. Euro, wovon 41,9 Mrd. Euro auf das Inland und 28 Mrd. Euro auf das Ausland entfielen. Über den Betrachtungszeitraum entwickelten sich das In- und das Auslandsgeschäft durchaus
unterschiedlich: Während das Inlandsgeschäft von 2010 bis 2016 um jährlich rund 8 Prozent zunahm und sich in den beiden letzten Jahren leicht rückläufig entwickelte, stagnierte das Auslandsgeschäft bis 2013 und nahm erst danach deutlich zu.

Gewerbliche Immobilienfinanzierung, Darlehenszusagen vdp-Mitgliedsinstitute in Mrd. EUR

Quelle: vdp, Berichtskreis: vdp-Mitgliedsinstitute zum 31.12.2018

In der Gewerbeimmobilienfinanzierung zeigt sich ebenfalls ein hohes Maß an Stabilität im Hinblick auf die Bedeutung einzelner Objektarten für das Gesamtgeschäft. Über den gesamten Betrachtungszeitraum entfallen 75 bis 80 Prozent auf die Objektarten Büro- bzw. Handelsimmobilien. Etwa die Hälfte des Neugeschäfts dient der Finanzierung von Bürogebäuden, weitere 25 bis 30 Prozent der Finanzierung von Handelsobjekten. Weitaus geringere Anteile entfallen auf die Finanzierung von Hotelgebäuden (6 – 9 Prozent) und Industrie- und sonstige Objekte.

vdp-Mitglieder: Struktur Darlehenszusagen 2018 nach Objektarten
(Anteile in Prozent, Werte gerundet)

Quelle: vdp, Berichtskreis: vdp-Mitgliedsinstitute zum 31.12.2018

Für das Gewerbeimmobilienfinanzierungsgeschäft der Mitgliedsinstitute des vdp ist das Auslandsgeschäft von großer Bedeutung. In dem Zeitraum von 2010 bis 2018 bewegte sich der Anteil des auf grenzüberschreitende Immobilienfinanzierungen entfallenden Darlehensvolumens in einem Bereich von +/- 5 Prozentpunkten um 40 Prozent.

vdp-Mitglieder: Gewerbliche Immobilienfinanzierung, Auslandgeschäft nach Staaten, Angaben in Prozent

Quelle: vdp, Berichtskreis: vdp-Mitgliedsinstitute zum 31.12.2018