Pfandbrief-Segmente

Pfandbriefe lassen sich in Bezug auf das ausstehende Emissionsvolumen bzw. die Ausgestaltung der Emission in verschiedene Segmente unterteilen.

Jumbo-Pfandbriefe

Bei Jumbo-Pfandbriefen spielt die Liquidität der Emissionen eine besondere Rolle, denn das Marktsegment großvolumiger Pfandbriefe orientiert sich an Liquiditätsvorstellungen handelsorientierter Anleger. Vom vdp ausgearbeitete Mindeststandards sorgen dafür, dass Jumbo-Pfandbriefe ein stark standardisiertes und damit hochliquides Produkt darstellen.

Emissionsvolumen

  • Jumbo-Pfandbriefe müssen ein Mindestvolumen von 1 Mrd. Euro aufweisen. Pfandbriefe, die nach dem 9. Januar 2012 emittiert wurden, gelangen in den Jumbo-Status, sofern ein ausstehendes Volumen von mindestens 1 Mrd. Euro erreicht wird, wobei es keine spezifische Mindestvolumensgrenze zum Erstemissionszeitpunkt gibt.
  • Vor dem 9. Januar 2012 begebene Jumbo-Pfandbriefe mussten bei Erstemission ein Volumen von mindestens 750 Mio. Euro aufweisen und binnen 180 Kalendertagen auf 1 Mrd. Euro aufgestockt werden.  Weiterhin behalten vor dem 28. April 2004 begebene Pfandbriefe den Jumbo-Pfandbrief-Status auch wenn das ausstehende Volumen geringer als 1 Mrd. Euro ist, sofern alle anderen Voraussetzungen gemäß der vdp-Mindeststandards für Jumbo-Pfandbriefe (Siehe Download) erfüllt sind.

Market Maker stellen Geld- und Briefkurse auf Investorenanfrage

  • Es ist jedoch nicht nur das Volumen, das diesen Markt so liquide macht. Ein weiteres entscheidendes Merkmal ist die Verpflichtung ausgewählter Syndikatsbanken, auf Anfrage Preise sowie auf Wunsch von Investoren Geld – und Briefkurse, zu quotieren. Die Sicherheit, jederzeit insbesondere einen Geldkurs gestellt zu bekommen, ist für Investoren unter Liquiditätsaspekten von großer Bedeutung und unterstreicht, dass das Vertrauen in den deutschen Pfandbrief weiterhin gerechtfertigt ist.  

Market Maker and Issuer Committee

  • Das im Sommer 2006 gegründete Market Making and Issuer Committee – kurz MIC, dem Vertreter von Syndikatsbanken und Emittenten angehören, fördert den kontinuierlichen Dialog zwischen Emittenten und Händlern und tagt zudem im Falle von Störungen des Handels mit Jumbo-Pfandbriefen eines Emittenten oder des gesamten Marktes.


Traditionelle Pfandbriefe

Traditionelle Pfandbriefe unterliegen den gleichen Sicherheitsanforderungen wie Jumbo-Pfandbriefe. Für beide Pfandbriefarten gelten die strengen Vorschriften des Pfandbriefgesetzes. Traditionelle Pfandbriefe unterscheiden sich vielmehr in der Ausgestaltung der Emission.

Im Gegensatz zu Jumbo-Pfandbriefen können traditionelle Pfandbriefe nicht nur in Form von Inhaberpapieren, sondern auch als Namenspfandbriefe begeben werden. Letztere unterscheiden sich von Inhaberpfandbriefen dadurch, dass sie individuell nach den Bedürfnissen des Investors und auf seinen Namen emittiert werden. Dadurch sind sie wiederrum nicht fungibel und eine Übertragung auf andere Investoren ist mit Aufwand verbunden.
   
Die Ausgestaltung beim traditionellen Pfandbrief ist in der Regel stark an den Interessen bestimmter Investoren orientiert.