250 Jahre Pfandbrief: Im Gespräch mit Marcus Schulte

Marcus Schulte Mitglied des Vorstands Deutsche Pfandbriefbank

Welche Rolle spielt der Pfandbrief für Sie als Refinanzierungsinstrument?

Unser Name pbb Deutsche Pfandbriefbank ist Programm: Pfandbriefe sind unser wichtigstes Refinanzierungsinstrument, und wir zählen zu den größten Emittenten - nicht nur in Euro, sondern auch in US$ und GBP.

Auch nach 250 Jahren scheint der Pfandbrief nicht an Attraktivität eingebüßt zu haben. Was ist Ihrer Ansicht nach seine größte Tugend?

In so langer Zeit entwickelt man wahrscheinlich viele große Tugenden. Eine davon ist, dass der Pfandbrief nicht alt geworden ist. Er zieht nach wie vor einen großen Investorenkreis an und wandelt sich mit deren Bedürfnissen. Eine weitere ist seine Stabilität, von der Investoren und Emittenten in gleichem Maße profitieren.

Der Pfandbrief hat über die Jahre international viele Nachahmer gefunden. Dabei sind die Produkte im Detail sehr unterschiedlich konstruiert. Wäre es für Emittenten wie Investoren nicht besser ein Covered Bond wäre wie der andere?

Die unterschiedlichen Regeln erlauben eine Differenzierung der Produkte und der hohe Standard des Pfandbriefs stellt ein Alleinstellungsmerkmal dar. Darauf würde ich nicht verzichten wollen. Diesen Vorteil würde ich ungern aufgeben.

Ihr Haus hat von dem seit Mitte 2018 verfügbaren Refinanzierungsinstrument der Senior-Preferred Anleihen bereits Gebrauch gemacht. Welchen Erfahrungen haben Sie gesammelt?

Senior Preferred Bonds sind ungedeckt und können den Pfandbrief deshalb nicht ersetzen. Dank der besseren Stellung in der Haftungskaskade sind sie mit Blick auf die Refinanzierungskosten aber attraktiver als Senior-Non-Preferred Bonds. Deshalb legen wir bei der ungedeckten Refinanzierung einen deutlichen Schwerpunkt auf diese Anleihen.