Im Gespräch mit Bernd Lucke

Bernd Lucke Mitglied des Europäischen Parlaments

Wann haben Sie erstmals mit dem Pfandbrief zu tun gehabt?

Als ich Berichterstatter des Europäischen Parlaments zu einer eventuellen europäischen Rahmengesetzgebung für gedeckte Schuldverschreibungen wurde.

Aus Ihrer Sicht - was ist das Erfolgsrezept hinter 250 Jahren Pfandbrief?

Eindeutig das Prinzip der doppelten Besicherung. Und zwar in beiden Komponenten: Erstens waren es seriöse Banken, die Pfandbriefe emittierten, und zweitens schafft der Deckungspool eine zusätzliche Sicherung für Investoren. Dass der Staat durch gute Gesetzgebung und öffentliche Aufsicht zu beidem beiträgt, ist eine wichtige Ergänzung.

Was ist entscheidend, damit die Harmonisierung gedeckter Schuldverschreibungen in Europa zu einer Erfolgsgeschichte wird?

Wir haben mit der Richtlinie und der Hervorhebung eines Premium-Labels eine sehr gute Rahmengesetzgebung. Wichtig ist nun, dass die CRR nicht weiter verwässert wird. Da waren seitens einiger Mitgliedsstaaten schon jetzt erhebliche Bestrebungen erkennbar und Basel IV könnte den nächsten Angriff ermöglichen. Außerdem sollten sich die Mitgliedsstaaten mit unterentwickelten Covered-Bond-Märkten bei ihrer Gesetzgebung an den bestbewährten Regelungen der traditionellen Pfandbriefländer orientieren, um eine gute Akzeptanz am Markt zu ermöglichen.