Aktuelle Entwicklungen

Am 7. Juni 2019 wurden im EU-Amtsblatt die fundmentalen Änderungen der CRD  (Capital Requirements Directive) und der CRR (Capital Requirements Regulation) veröffentlicht. Die geänderten Anforderungen werden gemeinhin als CRD V und CRR II bezeichnet. Die neuen CRD-Anforderungen sind bis zum 28. Dezember 2020 in nationales Recht umzusetzen. Einige der neuen CRR-Änderungen sind bereits ab dem 27. Juni 2019 anzuwenden.

Bei diesen Änderungen der CRD und CRR handelt es sich unter anderem um die folgenden Themen:

CRD

  • Eigenkapitalanforderungen und -empfehlungen der Säule 2
  • Beschränkung der aufsichtlichen Überprüfung und Bewertung (SREP) und der Säule 2 auf mikroprudenzielle Zwecke
  • Einführung eines geänderten Rahmens für das Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch

CRR

  • Proportionale Anwendung einzelner Anforderungen für kleine und nicht komplexe Institute (insbesondere im Hinblick auf Berichts- und Offenlegungspflichten)
  • Ausnahmen für Tochterunternehmen hinsichtlich Liquiditätsanforderungen
  • Umsetzung des global vereinbarten Standards zur Gesamtverlustabsorptionsfähigkeit (TLAC) für global systemrelevante Institute
  • Neue Vorschriften hinsichtlich berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten
  • Standardansatz für das Gegenparteiausfallrisiko (SA-CCR)
  • Handelsbuchdefinition und zusätzliche Meldepflichten für Handelsbuchpositionen in Anlehnung an die überarbeiteten Baseler Handelsbuchvorschriften für das Marktrisiko (FRTB)
  • Großkreditregime
  • Verschuldungsquote als zusätzliche Eigenmittelanforderung und Anpassung der Berechnungsmethodik
  • Stabile Refinanzierungskennziffer (NSFR)
  • Ausweitung der Privilegierung bei den Eigenmittelanforderungen für das Kreditrisiko bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU-Unterstützungsfaktor)

Die veröffentlichten Änderungen zur CRR II beinhalten noch nicht das Ende 2017 international vereinbarte Basel-III-Finalisierungspaket (siehe auch Baseler Regulierungsrahmen). Dieses führt zu weiterem wesentlichen Änderungsbedarf in der CRR – insbesondere im Hinblick auf die Einführung einer Kapitaluntergrenze – den sogenannten Output Floor – für Institute, die interne Ansätze zur Ermittlung der Eigenmittelanforderungen verwenden. Weitere fundamentale Änderungen betreffen die einzelnen Ansätze zur Ermittlung der Eigenmittelanforderungen für die einzelnen Risikoarten, wie das Kreditrisiko, das operationelle Risiko oder das Risiko einer Anpassung der Kreditbewertung (CVA-Risiko). Die Arbeiten zu deren europäischen Umsetzung laufen auf Hochtouren. Mit einem Erstanwendungszeitpunkt ist nicht vor 2023 zu rechnen.