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„Problem Wohnungskrise muss endlich angegangen werden“
Berlin,
vdp Immobilien-Forum 2026 mit Fokus auf Wohnungsmarkt
Die Bundesregierung müsse endlich die im Juli dieses Jahres angekündigten Maßnahmen gegen die Wohnungskrise angehen. Mit dieser Forderung eröffnete vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt das diesjährige vdp Immobilien-Forum in Berlin. Rund 250 Teilnehmer:innen nahmen in Präsenz oder digital teil.
Tolckmitt zeigte auf, dass es seit Bekanntgabe der Pläne der Bundesregierung keinerlei erkennbare Fortschritte bei der Umsetzung gäbe. So sei weiterhin ungewiss, wie und wann die Bundesregierung Rechtsklarheit für Vergesellschaftungen schaffe. Auch zum Vorhaben, den Systemrisikopuffer für Wohnimmobilienfinanzierungen abzuschaffen, gäbe es keine Neuigkeiten. Unklar sei ferner, wie die von der Bundesregierung vorgesehene Bundeswohnungsbaugesellschaft ausgestaltet werde. Das politische Zögern sei vor allem deshalb nicht zu verstehen, da die Zeit dränge, endlich mehr Wohnraum, vor allem bezahlbaren Wohnraum, zu schaffen.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung zeigte Jens Günther, Geschäftsführer BUWOG Bauträger GmbH, auf, welche Herausforderungen und Möglichkeiten aktuell für den Wohnungsbau bestehen. Für ihn bietet serielles Bauen Vorteile durch die Skalierbarkeit und damit interessante Möglichkeiten, günstigeren Wohnraum anbieten zu können.
Martina Koeppen, stv. Fraktionsvorsitzende und stadtentwicklungspolitische Sprecherin der SPD in Hamburg, gab einen Überblick über die kommunale Wohnungspolitik in der Hansestadt. Sie hob hervor, dass Hamburg bereits 2011 ein Wohnungsbauförderprogramm beschlossen habe, das eine gemeinwohlorientierte Bodenpolitik, eine angebotsorientierte Stadtentwicklung und eine sozialstabilisierende Wohnungsbestandspolitik beinhalte. Im Rahmen der Bodenpolitik sei beschlossen worden, keine Grundstücke zu verkaufen, sondern nur noch über Erbbaurechte zu vergeben.
Thomas Hofer, Bereichsleiter Immobilienmarkt- und finanzierung Inland des vdp, zeigte die Entwicklungstendenzen in der Wohnungseigentumsfinanzierung auf. Die Zinswende und die stark gestiegenen Bau- und Immobilienpreise sowie hohe Transaktionskosten belasteten die Erschwinglichkeit. Eine maßvolle Bankenregulierung, eine ausgewogene Berücksichtigung der Wohneigentumsbildung in der Wohnungspolitik sowie weniger belastende steuerliche Rahmenbedingungen könnten dazu beitragen, die Voraussetzungen für Neubau und Wohneigentumsbildung zu verbessern.
Zudem brachte Prof. Dr. Michael Voigtländer, Leiter Finanz- und Immobilienmärkte beim IW, aus Ökonomensicht Vorschläge in die Diskussion ein. Er erläuterte, wie Selbstnutzer:innen von Wohnungen im Vergleich zu Vermieter:innen steuerlich benachteiligt würden, und plädierte dafür, Wohneigentum wieder konkret zu fördern. Als Beispiele nannte er u. a. Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer für Selbstnutzer:innen, Nachrangdarlehen der KfW sowie einen temporären Schuldzinsabzug. Generell forderte er bessere Rahmenbedingungen für Immobilienbesitzer, die ihre Wohnungen selber nutzen.
Bei der abschließenden Diskussionsrunde, an der zusätzlich Ingeborg Esser (Hauptgeschäftsführerin GdW) teilnahm, wurde intensiv über die angespannte Lage am Wohnungsmarkt und über die anstehende Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus gesprochen. Gefordert wurde u. a. dass endlich im Bau- und auch im Mietrecht neue Bauformen wie der Gebäudetyp E rechtssicher umgesetzt werden können. Beim Thema Vergesellschaftung wies Prof. Dr. Voigtländer auf den damit verbundenen Vertrauensschaden hin, der über den Immobilienmarkt hinausgehe, da auch andere Segmente wie Energiewirtschaft und Gesundheitswesen davon betroffen sein könnten.
Die gesamte Veranstaltung wurde von Michael Fabricius (WELT) moderiert.