vdp
square

Flugzeugbewertung

Darlehensforderungen aus einer Flugzeugfinanzierung können nur in die Deckung eines Flugzeugpfandbriefs genommen werden, wenn zuvor ein Flugzeugbeleihungswert ermittelt wurde.

Dieser muss von einem unabhängigen und sachverständigen Gutachter bestimmt werden, der über die hierzu notwendige Berufserfahrung sowie über die notwendigen Fachkenntnisse für Flugzeugbeleihungswertermittlungen verfügen muss (§ 26d Abs.1 PfandBG). Die Bewertung von Flugzeugen erfolgt durch spezialisierte und seit vielen Jahren im Markt etablierte Gutachterfirmen, deren Gutachter weitgehend in der International Society of Transport Aircraft Trading (ISTAT) organisiert sind. Die ISTAT legt einheitliche Bewertungsmaßstäbe sowie Standards für die Gutachter fest. Die Gutachter können sich bei der Bewertung von Flugzeugen auf empirische Daten stützen. Aufgrund des hohen Standardisierungsgrades und der globalen Einsetzbarkeit von Flugzeugen existiert ein weltweit einheitlicher Markt. Die Gutachterfirmen haben vielfach Zugang zu den Preisen von An- und Verkäufen und sind daher in der Lage, ihre Wertgutachten und Prognosen auf echte und global gültige Marktwerte stützen zu können. Vor diesem Hintergrund wird eine sehr hohe Prognosegenauigkeit erzielt.

Bei der Wertermittlung müssen die langfristigen Merkmale des Flugzeugs im Vordergrund stehen, wobei der Marktwert nicht überschritten werden darf. Spekulative Elemente dürfen bei der Wertermittlung nicht berücksichtigt werden (§ 26d Abs. 2 PfandBG).

Das Verfahren zur Beleihungswertermittlung regelt die am 15. Mai 2009 in Kraft getretene Flugzeugbeleihungswertermittlungsverordnung (FlugBelWertV).

Der Flugzeugbeleihungswert ist mittels eines „dreifachen Obergrenzenmodells“ zu ermitteln. Die erste Obergrenze stellt der „aktuelle Marktwert“ dar (§ 9 Abs. 1 FlugBelWertV). Hierbei handelt es sich um den Wert, für welchen ein Flugzeug am Bewertungsstichtag zwischen einem verkaufsbereiten Verkäufer und einem kaufbereiten Erwerber unter den gegebenen Marktverhältnissen nach angemessenem Vermarktungszeitraum in einer Transaktion im gewöhnlichen Geschäftsverkehr verkauft werden könnte, wobei unterstellt wird, dass jede Partei mit Sachkenntnis, Umsicht und ohne Zwang handelt.

Die zweite Obergrenze bildet der „durchschnittliche Marktwert“ eines gleichartigen Flugzeugs für die letzten zehn Kalenderjahre (§ 10 Abs. 1 FlugBelWertV).

Die dritte Obergrenze wird durch den nach § 11 FlugBelWertV ermittelten „Wert bei ausgeglichenen Marktbedingungen und durchschnittlichem Zustand“ dargestellt. Dieser Wert wird über den sog. Base Value bestimmt. Unter Base Value ist nach der branchenüblichen Terminologie der nach Gutachtermeinung unterstellte Wert eines Flugzeuges bei Annahme eines stabilen Marktumfeldes und einer ausgewogenen Balance zwischen Angebot und Nachfrage zu verstehen. Die Heranziehung des Base Value begründet eine sachgerechte dritte Obergrenze bei der Beleihungswertfestsetzung, da dieser Wert nachgewiesenermaßen schwankungsarm und nachhaltig ist. Bei Vorliegen einer kürzeren als zehnjährigen Historie muss zur Bestimmung des Durchschnittswertes ein Abschlag von 10 % auf den Base Value vorgenommen werden (siehe § 4 Abs. 2 Satz 2 FlugBelWertV).

Impressum   |   Datenschutz  |  Satzung
Daten werden geladen
Schließen