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Vergleich der europäischen Covered-Bond-Gesetzgebung frei verfügbar

Berlin,

vdp veröffentlicht umfangreiche Datenbank des Round Table Covered Bond Legislation

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) bietet der Öffentlichkeit ab sofort freien Zugang zur umfangreichen Datenbank des „Round Table Covered Bond Legislation“. Investoren, Fachleute, Ratingagenturen, Analyst:innen und Interessierte können so kostenfrei umfassende Informationen zur Covered Bond-Gesetzgebung in Europa abrufen.

Der Round Table Covered Bond Legislation wurde vom vdp im Jahr 2010 ins Leben gerufen, als Reaktion auf vertiefte Fragen rund um den Rechtsrahmen von Covered Bonds im Kontext der Finanzkrise. Die Initiative vereint führende Covered Bond-Analyst:innen und Bankjurist:innen aus verschiedenen europäischen Ländern, die umfassende Antworten auf Fragen zur Rechtsvergleichung von nationalen Covered Bond-Gesetzen bereitstellen. Die Ergebnisse dieses Round Table werden in eine Datenbank gespeist und in Form von farblich markierten Landkarten präsentiert. Auf diese Weise wird ein effektiver Rechtsvergleich ermöglicht.

Die Datenbank des Round Table umfasst über 337 Fragen und Antworten für mehr als 20 Länder. In einem ersten Schritt werden nun 204 Fragen und Antworten für 15 Länder veröffentlicht. Parallel arbeiten die Expert:innen des Round Table daran, die verbleibenden Fragen und Antworten zu verfeinern und weiter aufzubereiten.

„Unsere Datenbank hat sich in der Vergangenheit bereits als wertvolle Informationsquelle für Bankaufseher, Fachleute und Entwickler neuer Covered Bond-Gesetze erwiesen. Durch die jetzige Veröffentlichung erweitern wir den Zugang zu diesem wertvollen Wissensschatz für eine breitere Öffentlichkeit“, erklärte vdp-Geschäftsführer Dr. Otmar Stöcker.

Hier gelangen Sie zur Datenbank.

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„Ende der Zinserhöhungen absehbar“

Berlin,

Mit der heutigen Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) um weitere 25 Basispunkte hat die Notenbank in einem beispiellosen Tempo innerhalb eines Jahres in neun Schritten den Hauptrefinanzierungssatz um 425 Basispunkte auf 4,25 Prozent erhöht.

Aus Sicht des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) ist nun ein Ende des Zinserhöhungszyklus absehbar, da die Zinserhöhungen erst noch ihre volle Wirkung entfalten müssen und die schwache konjunkturelle Entwicklung auch einen Beitrag zum Rückgang der Teuerung liefern dürfte.

„Der EZB ist es nach zu langem Zögern inzwischen gelungen, erste Erfolge bei der Inflationsbekämpfung zu erzielen“, kommentierte Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des vdp. „Ein zumindest vorläufiger Stopp der Zinserhöhungen ist nun absehbar. Die EZB darf aber bei Bedarf nicht davor zurückschrecken, ihre restriktiven Maßnahmen wieder konsequent aufzunehmen, sollte die Teuerung längerfristig deutlich oberhalb von zwei Prozent verharren“, so Tolckmitt.

Die erfreuliche Entwicklung bei der Teuerung in Euroland zeigte sich im Juni dieses Jahres durch einen Rückgang auf 5,5 % nach 6,1 % im Mai. Weniger erfreulich ist allerdings, dass die Kernrate (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) dagegen einen leichten Anstieg von 5,3 % auf 5,5 % verzeichnete. Im Juni 2022 lag sie noch bei 8,8 %.

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„EZB noch nicht am Ziel“

Berlin,

Die Fortsetzung des geldpolitischen Straffungskurses durch die Europäische Zentralbank (EZB) ist aus Sicht des Verbands deutscher Pfandbriefbanken(vdp) zu begrüßen.

Mit der heutigen Entscheidung der EZB, die Leitzinsen um weitere 25 Basispunkte zu erhöhen, verfolgt die Notenbank das Ziel, die Inflation nachhaltig in Richtung der Zielmarke von rund zwei Prozent zu steuern.

„Die EZB ist gut beraten, ihren Inflationsbekämpfungskurs  – wenn auch in kleinen Schritten – fortzusetzen, bis die Teuerung sich nachhaltig in die Nähe ihrer Zielmarke von rund 2 % bewegt. Im Moment ist die EZB noch nicht am Ziel.“, kommentierte Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des vdp. „Nur durch konsequentes Handeln wird es die EZB schaffen, ihre Glaubwürdigkeit bezüglich der Ernsthaftigkeit der Inflationsbekämpfung zurückzugewinnen“, so Tolckmitt.

Mit dem heutigen Zinsschritt hat die Notenbank nach zu spätem Beginn ihrer geldpolitischen Straffung innerhalb eines Jahres die Leitzinsen in acht Schritten um insgesamt 400 Basispunkte und damit so dynamisch wie nie zuvor erhöht. Erste Erfolge sind bei der Inflationsentwicklung zu verzeichnen. So liegt die Teuerung in Euroland im Mai dieses Jahres bei 6,1 %, nach einem Rekordhoch von 10,6 % im Oktober 2022. Rückläufig ist auch die Kerninflationsrate (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise), die im Mai 2023 bei 5,3 % lag.

Zu begrüßen ist aus Sicht des vdp auch die Entscheidung der EZB, Fälligkeiten aus den APP-Programmen nicht mehr zu reinvestieren. Der Pfandbriefmarkt hat den schrittweisen Rückzug der Notenbank bislang hervorragend verkraftet. Dies zeigt sich u. a. im hohen Absatz von Pfandbriefen im Benchmark-Format. Seit dem Jahresende wurden 24,5 Mrd. Euro an neuen Benchmark-Emissionen emittiert, gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Plus von rund 25 %. Vor dem Hintergrund des anhaltend schwachen Aktivgeschäfts und einem geringeren Volumen fälliger Pfandbriefe im zweiten Halbjahr dieses Jahres dürfte die Emissionstätigkeit der vdp-Mitgliedsinstitute im weiteren Verlauf des Jahres voraussichtlich weniger dynamisch ausfallen.

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Green Bonds im Fokus der INVESTMENTexpo

Berlin,

Ein interessanter Vortrag mit reger Diskussion im anschließenden Panel

Im Rahmen der INVESTMENTexpo in Berlin hielt Sascha Kullig heute einen Impulsvortrag, bei dem er zunächst einen Rückblick auf den ESG Bondmarkt 2022 warf. Er erklärte die Bedeutung von Green Bonds in Europa und die etablierten Mindeststandards für Grüne Pfandbriefe und Soziale Pfandbriefe. Nachhaltige Pfandbriefe erreichten im Vorjahr 9,4 Mrd. Euro Absatz bzw. 11% des Gesamtabsatzes (82 Mrd. Euro). Weiterhin ging er darauf ein, dass es neun Emittenten nachhaltiger Pfandbriefe im Benchmark-Bereich und drei weitere mit Sub-Benchmark- bzw. Namenspapieren gab. Abschließend ging er auf den EU-GBS (EU Green Bond Standard) ein, bei dem es sich um ein freiwilliges EU-Label handelt, das nur für Anleihen genutzt werden kann, bei denen die zu (re-)finanzierenden Assets vollständig Taxonomie-konform sind. Angesichts der komplexen Taxonomie-Anforderungen für Gebäude und der mangelnden Datenlage prognostizierte er eine zunächst geringe Nutzung dieses Labels für Anleihen zur (Re-)Finanzierung von Immobilienfinanzierungen.

Anschließend beteiligte sich Sascha Kullig noch am Panel zum Thema ‚Green Energy Credits, Green and Social Bonds‘. Mit dabei waren außerdem Antje Gause von der HanseMerkur Grundvermögen AG, Nnamdi Alaukwu von der Deutschen Kreditbank AG und Bodo Winkler-Viti von der Berlin Hyp AG, die Diskussionsleitung übernahm Nick Wegerhoff der RUECKERCONSULT GmbH. Die Sprecher:innen diskutierten ausgiebig die Umsetzbarkeit des EU-GBS bzw. ihre eigene Vorgehensweise bezüglich der Kriterien bei der Begebung Grüner Pfandbriefe und zeigten sich gespannt, wie sich die Thematik in Zukunft entwickeln wird.

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Neuer Ort, neuer Termin und ein rundum gelungener Abend

Berlin,

Mehr als 300 Teilnehmer:innen beim 27. Pfandbrief-Forum

Alles neu macht der Mai: Das Pfandbrief-Forum, das Treffen der Pfandbrief-Community, fand in diesem Jahr zum 27. Mal statt, allerdings in neuer Location und erstmals im Monat Mai. Die Änderungen kamen bei den Pfandbrief-Freund:innen offenbar gut an: Weit über 300 Gäste folgten der Einladung des vdp.

In diesem Jahr übernahm Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt die Begrüßung der ca. 350 Gäste im Depot1899 in Frankfurt am Main. Er betonte, dass sich der Pfandbrief in der aktuellen Krisensituation wieder einmal als resilient erwiesen habe. Besonders hervorzuheben sei, dass die starke Entwicklung der Pfandbrief-Emissionen im Jahr 2023 bei nachlassender Beteiligung der EZB stattfindet. Denn trotz des „Rückzugs“ der EZB sei es zahlreichen Mitgliedsinstituten gelungen, mit ihren jüngsten Benchmark-Emissionen hervorragende Ergebnisse zu erzielen. Abschließend bedankte er sich bei allen Teilnehmer:innen für ihre wertvolle Unterstützung für den Pfandbrief und den vdp und warf einen Blick in die Zukunft:

„Wir wollen die Stellung des Pfandbriefs als krisenfestes Finanzierungs- und Anlageinstrument weiter sichern. Daran arbeiten wir weiter und dafür stärken wir uns jetzt.“

Wie gewohnt nutzten die Teilnehmer:innen anschließend die Möglichkeit für angeregte Gespräche und regen Austausch zu den aktuellen Themen an den Kapital- und Immobilienmärkten.

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„Richtiger Schritt der EZB“

Berlin,

Zinserhöhung um 25 Basispunkte wird vom vdp begrüßt

Die heutige Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Leitzinsen nur um 25 Basispunkte zu erhöhen, ist aus Sicht des vdp nachvollziehbar.

„Dass die EZB das Zinserhöhungstempo drosselt, ist im aktuellen Umfeld der richtige Schritt“, kommentierte Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des vdp. „Es zeigt sich, dass die geldpolitische Straffung erste Wirkungen zeigt. So war die Nachfrage nach Unternehmens- und Immobilienfinanzierungskrediten in den ersten drei Monaten des Jahres 2023 relativ schwach.“

Zu begrüßen ist die Ankündigung der EZB, den Abbau der Anleihebestände voraussichtlich nochmals zu verstärken und ab dem dritten Quartal 2023 u. a. fällig werdende Covered Bonds nicht mehr zu ersetzen. Details hierzu will die Notenbank im Rahmen ihrer Sitzung am 15. Juni 2023 mitteilen. Nach Schätzungen von Analysten würden dem gesamten Covered-Bond-Markt damit im zweiten Halbjahr 2023 ca. 4,4 Mrd. Euro an Notenbank-Nachfrage im Sekundärmarkt fehlen.

„Diese Summe ist aus Sicht des vdp nicht unerheblich, aber niedrig genug, um den Markt insgesamt nicht nachhaltig zu belasten. Da die Nachfrage privater und quasi-staatlicher Investoren dank der deutlich gestiegenen Renditen zugenommen hat, dürften EZB-Käufe kein bestimmender Marktfaktor mehr sein“, so Tolckmitt.

Der Pfandbriefmarkt konnte mit den seit März 2023 ausbleibenden Primärmarktkäufen der EZB bislang gut umgehen. Insgesamt platzierten seit Jahresbeginn 16 Emittenten 28 Euro-Benchmark-Emissionen mit einem Volumen von insgesamt 18,75 Mrd. Euro. Darüber hinaus konnten selbst im unruhigen Monat März 16 Institute Privatplatzierungen in signifikantem Volumen begeben.

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70 Jahre im Dienst des Pfandbriefs

Berlin,

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) feiert sein 70-jähriges Jubiläum. Am 25. März 1953 wurde der heutige vdp als „Verband privater Hypothekenbanken“ gegründet.

„Wir fühlen uns als Verband aber nicht 70 Jahre alt, sondern 70 Jahre jung. Wir fühlen uns so, wie sich der deutsche Pfandbrief – den es noch viel länger, nämlich bereits seit über 250 Jahren gibt – täglich zeigt: agil, modern und immer auf der Höhe der Zeit, sich dabei aber seiner Tradition bewusst“, betonte vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt.

Geschäftsstelle und Mitgliedsinstitute setzen sich 1953 gemeinsam für die größtmögliche Sicherheit und Qualität des Pfandbriefs ein und vermarkten ihn gemeinsam rund um den Globus bei Investoren. Bildeten anfangs nur Spezialinstitute den Mitgliederkreis des vdp, brachte das 2005 eingeführte Pfandbriefgesetz eine grundlegende Veränderung: Das Betreiben des Pfandbriefgeschäfts wurde grundsätzlich allen Kreditinstituten ermöglicht, eine entsprechende zusätzliche Lizenz und Beaufsichtigung durch die BaFin vorausgesetzt. Vehement setzte sich der Verband, der sich 2005 in vdp umbenannte, damals für die Übernahme der strengen Regeln des Hypothekenbankgesetzes in das neue Pfandbriefgesetz ein; der Erfolg gab ihm recht. Mittlerweile nutzen Kreditinstitute aus allen Säulen der deutschen Kreditwirtschaft den Pfandbrief als strategisches Refinanzierungsinstrument. Das gemeinsame Produkt, der Pfandbrief, genießt weltweit höchstes Ansehen und ist Qualitätsführer innerhalb der Covered-Bond-Familie. Seine Stabilität und jederzeitige Nutzbarkeit in jeder Krise seit 2008 haben das ihre dazu getan.

Der Erfolg des Pfandbriefs schlägt sich auch beim vdp nieder, ihm gehören mittlerweile 50 Mitgliedsinstitute an. Gemeinsam stehen sie für rund 96% der ausstehenden Pfandbriefe.

Der heutige vdp beschäftigt rund 30 Mitarbeiter:innen in Berlin und Brüssel und verfügt über vier Tochtergesellschaften, die die Mitgliedsinstitute in allen pfandbriefspezifischen Aspekten ihres Geschäfts unterstützen.

„Wir danken unseren Mitgliedsinstituten und Freunden des Pfandbriefs für ihre Unterstützung und freuen uns gemeinsam mit ihnen auf die nächsten Jahrzehnte im Dienste des Pfandbriefs“, erklärte Tolckmitt.

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EZB setzt Zinserhöhungen konsequent fort

Berlin,

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) begrüßt die Fortsetzung des Inflationsbekämpfungskurses durch die Europäische Zentralbank (EZB).

Die heutige Entscheidung der EZB, eine weitere Leitzinserhöhung um 50 Basispunkte zu beschließen, ist aus Sicht des vdp konsequent. Da vor allem die Kerninflationsrate – bei der Energie- und Nahrungsmittelpreise nicht berücksichtigt werden – zuletzt sogar auf ein neues Rekordhoch von 5,6% geklettert ist, sind die aktuelle Erhöhung und weitere Zinsschritte unumgänglich, um in angemessener Zeit die Inflation wieder spürbar in Richtung der Zielgröße der EZB von 2,0% zu reduzieren. Die bisher erfolgte Straffung der Leitzinsen um 300 Basispunkte hat noch nicht die gewünschten Effekte auf die Teuerungsentwicklung gehabt, da der geldpolitische Transmissionsmechanismus Zeit benötigt.

„Der EZB bleibt keine andere Wahl, als der Inflationsbekämpfung – trotz der zuletzt verstärkten Verunsicherung an den Finanzmärkten – unverändert hohe Priorität einzuräumen. Weitere konsequente Zinserhöhungsschritte sind unabdingbar“, kommentierte Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des vdp. „Vor diesem Hintergrund wäre es wünschenswert, dass die Notenbank dies mit einer Stimme klar vorausschauend kommuniziert, anstatt die Märkte durch ein breites Spektrum an veröffentlichten Meinungen von Ratsmitgliedern zu verunsichern.“

Dazu gehört auch, an der im März angekündigten Reduktion der Anleihebestände konsequent festzuhalten und diese für Emittenten planbar und marktschonend durchzuführen. Nach dem Rückzug der EZB aus dem Primärmarkt für Pfandbriefe im März dieses Jahres hat die erste Benchmark-Emission eines Mitgliedsinstituts bei traditionellen Investoren hervorragende Aufnahme gefunden. Die u. a. durch die gestiegenen Zinsen motivierte starke Nachfrage nach Pfandbriefen dürfte aus Sicht des vdp auch im weiteren Jahresverlauf anhalten. Bis Ende Februar 2023 wurden neue Pfandbriefe über 17,3 Mrd. Euro emittiert.

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Appell zur Überprüfung von Regulierungsmaßnahmen

Berlin,

ZIA Finance Day 2023 thematisiert Folgen der Trendumkehr am Immobilienmarkt

Im Mittelpunkt des diesjährigen ZIA Finance Day stand das Thema Regulierung. Angesichts der vielen Belastungsfaktoren, die derzeit auf die Immobilienbranche und den Immobilienfinanzierungsmarkt wirken, stand bei nahezu allen Keynotes und Panels die Frage im Raum, was die aktuelle Zurückhaltung am Markt auflösen könnte. Mögliche Ansatzpunkte hierfür machten dabei mehrere Redner:innen bei Regulierungsmaßnahmen aus, unter anderem vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt. Der ZIA Finance Day fand in diesem Jahr am 28. Februar 2023 in den Räumlichkeiten der European School of Management and Technology in Berlin statt und zog rund 350 Gäste an.

Bundesbank-Vorstand Prof. Joachim Wuermeling, der die erste Keynote des Tages hielt, sprach mit Blick auf die aktuellen Rückgänge bei Immobilienpreisen und Immobilienkrediten von einer „Schubumkehr“ am Immobilienmarkt, u. a. ausgelöst durch die Inflation, Konjunkturauswirkungen und die Zinsentwicklung.

Die aktuelle Marktsituation, in der laut Bundesbank weiterhin Überbewertungen von 25% bis 40% festzustellen seien, würde auch erhöhte Risiken für die Immobilienfinanzierer mit sich bringen. Aus diesem Grund verteidigte Prof. Wuermeling die zum 1. Februar dieses Jahres aktivierten Kapitalpuffer für Kreditinstitute. Bezugnehmend auf Kritik aus der Kreditwirtschaft betonte er, dass der sektorale Systemrisikopuffer für Wohnimmobilienfinanzierungen die Kalkulation von Krediten lediglich um 0,03% steigen lasse, dies sei also ein vernachlässigbarer Effekt.

Wenn dieser Effekt tatsächlich so vernachlässigbar sei, merkte Tolckmitt später an, seien sowohl die Einführung des Puffers als auch das jetzige Festhalten daran noch weniger nachvollziehbar als ohnehin schon. Bereits bei der Ankündigung der Kapitalpuffer hätten die Rahmendaten des Wohnimmobilien-Finanzierungsmarkts gegen diese Maßnahme gesprochen. Nach der erfolgten Trendumkehr am Markt seien auch die letzten Rechtfertigungsgründe weggefallen, so Tolckmitt, denn Kreditwachstum und Preiszuwächse seien inzwischen auch beendet. Er appellierte daher für eine Abschaffung zumindest des sektoralen Systemrisikopuffers – wohl wissend, dass dieser Schritt nicht allein die aktuellen Probleme löse, aber:

„Die Abschaffung der Kapitalpuffer wäre auf jeden Fall ein Beitrag zur notwendigen Entlastung – und jeder Beitrag ist willkommen.“

Weiter führte er aus: „Nach 15 Jahren Bankenregulierung ist es an der Zeit, Regulierungsmaßnahmen auf ihre Zielsetzung und Wirksamkeit zu überprüfen.“ Unterstützung erhielt Tolckmitt von Dr. Hermann-Josef Tebroke, Bundestagsabgeordneter der CDU und Mitglied im Finanzausschuss, der mit Blick auf die aktuelle Regulierung meinte, man sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Eine Überprüfung von Regulierungsmaßnahmen regte in seiner Keynote auch Dr. Florian Toncar, Parlamentarischer Staatssekretär im von der FDP geführten Bundesfinanzministerium, an. Als Beispiel nannte er die Green Asset Ratio, die für ihn eine geringe Aussagekraft habe, weil viele der benötigten Daten nicht vorlägen. Er versicherte, dass die Bundesregierung die Entwicklung steigender Baukosten und geringerer Erschwinglichkeit von Wohneigentum im Blick habe und daran arbeite, Abhilfe zu schaffen. In Aussicht stellte er schnellere Genehmigungsverfahren und möglicherweise eine weitere Einbindung der KfW. Abschließend betonte Dr. Toncar die enorme Bedeutung des Langzeit-Trends ESG und damit einhergehend von Sustainable Finance.

Letztgenanntes Stichwort fiel während des ZIA Finance Day sehr häufig – oft verbunden mit der Kritik, dass die Taxonomie bislang nur auf die Kategorien „grün“ oder „nicht-grün“ ausgelegt sei. Es fehle eine Lösung für Unternehmen, Objekte und Produkte, die derzeit noch nicht vollständig grün seien. Es müsse aber gewürdigt werden, dass sie sich auf den Weg zu „grün“ aufgemacht hätten. Jochen Schenk, ZIA-Vizepräsident und CEO der Real I.S. AG, forderte in diesem Zusammenhang einen „Manage-to-green-Ansatz“, um die nachhaltige Transformation des Gebäudebestands entscheidend voranzutreiben.

Zu den weiteren Keynote-Speakern und Panel-Teilnehmer:innen gehörten Verena Ross, Vorsitzende der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA, Dr. Othmar Karas, Erster Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Sascha Klaus, CEO der Berlin Hyp, sowie Silke Stremlau, Vorstand der Hannoversche Kassen und Vorsitzende des Sustainable Finance Beirats der Bundesregierung.

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EZB bleibt auf Kurs

Berlin,

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) begrüßt die Fortsetzung der Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank (EZB).

Die heutige Entscheidung der EZB, die Leitzinsen um weitere 50 Basispunkte zu erhöhen, ist aus Sicht des vdp konsequent und zu begrüßen. Auch wenn sich die Preisdynamik im Januar weiter abgeschwächt hat, so zeigt sich bei der Kerninflationsrate – die ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise berechnet wird – in der Euro-Zone im Januar mit 5,2% der höchste Wert seit der Einführung des Euro. Die Kerninflationsrate weist darauf hin, dass der starke Preisauftrieb nicht nur aus Energie- und Rohstoffpreisen resultiert.

„Die EZB ist gut beraten, der Inflationsbekämpfung unverändert hohe Priorität einzuräumen“, kommentierte Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des vdp. „Die Inflationsentwicklung verlangt weiterhin nach konsequentem Handeln.“

Neben der Fortsetzung der Zinserhöhungen ist auch der bereits im Dezember 2022 angekündigte Abbau der Anleihebestände auf der Zentralbankbilanz, die aktuell fast 5 Billionen Euro ausmachen, und die damit verbundene vorzunehmende Reduzierung der Überschussliquidität im Markt von großer Bedeutung. Allerdings:

„Die angekündigte Reduktion der Bestände um anfänglich monatlich 15 Mrd. Euro erscheint angesichts des angehäuften Volumens eher gering; wichtig ist jedoch, dass sie nicht abrupt, sondern vorhersagbar und marktschonend abläuft“, so Tolckmitt.

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Horst Bertram

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