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#VielMehrAlsBeton
Marina Barth
Stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Sparkasse Hannover
Was ist für Sie die größte gesellschaftliche Herausforderung im Zusammenhang mit Immobilien?
Wir müssen unseren Blick auf Immobilien grundlegend verändern.
Die Gebäude, in denen wir wohnen und arbeiten, sind ein Spiegel unseres gesellschaftlichen Status Quo. Und wenn unser Land zukunftsfähig bleiben soll, reicht es nicht, nur über energetische Sanierung zu sprechen – so wichtig sie ist. Wir brauchen neue Konzepte: für Mobilität, für lebendige Innenstädte und für ein starkes Miteinander in der Gesellschaft.
Konkret heißt das für mich: Wie schaffen wir Wohnformen, die Generationen wieder zusammenbringen, statt sie zu trennen? Wie bringen wir mehr Grün in unsere Städte und lassen versiegelte Flächen wieder atmen? Diese Fragen treiben mich um.
Welchen Beitrag können Banken leisten, um die von Ihnen angesprochene Herausforderung zu meistern?
Ich bin überzeugt, dass wir als Sparkasse Teil der Antwort sein können. Denn unsere Rolle geht weit über die klassische Kreditvergabe hinaus. Wir begleiten die Entwicklung neuer Konzepte und bringen die unterschiedlichen Akteure zusammen – aus Politik, Stadtentwicklung, Wohnungswirtschaft und Zivilgesellschaft – damit aus guten Ideen tatsächlich etwas entsteht.
Wir engagieren uns aber auch selbst: Mitten im Herzen von Hannovers Innenstadt sanieren wir aktuell mit einem zweistelligen Millionenbetrag einen Standort, der künftig die erste Adresse für unsere jungen und digitalaffinen Kund:innen sein wird. Wir ziehen uns damit nicht aus der Stadt zurück, wie es andere tun. Und wir reißen auch nicht ab, um neu zu bauen – wir planen für die Zukunft. Bei der Bausubstanz genauso wie bei allem, was darin ab nächstem Jahr stattfinden soll.
Denn genau das ist für mich die eigentliche Aufgabe: Immobilien nicht nur als Betongebilde zu betrachten, sondern als Räume, die unsere Gesellschaft von morgen prägen – lebenswert, verbindend und zukunftsfähig.